Experten-Interview mit Dr. Röttger

Dr. Klaus Röttger

Dr. Klaus Röttger ist freiberuflich als Psychotherapeut und Psychoonkologe tätig (www.lebenszeiten.de). Neben der Zusammenarbeit mit Ärzt:innen und Selbshilfegruppen betreut er in Kooperation mit dem Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum dort behandelte Tumorpatient:innen. Er sieht eine gute onkologische Behandlung ganzheitlich: Zunächst gilt es, die richtige Ärztin / den richtigen Arzt zu finden. Dann sollten Betroffene frühzeitig eine kompetente Kontaktperson für alle sozialen Fragen und psychischen Belastungen zur Seite gestellt bekommen.

Die Fahrradreise mit Freunden, der Badeausflug mit Enkelkindern. Oft sind Aktivitäten mit Erkrankung nur eingeschränkt möglich. Wie gehe ich damit als Betroffene:r um?

„ Ich denke, dass es wichtig ist, sich selbst die Frage zu stellen: ‚Was kann ich heute Gutes für mich tun?‘ Dies gilt natürlich auch für das Zusammensein mit Kindern beziehungsweise Enkeln und für sommerliche Aktivitäten. Vielleicht hören Sie als Betroffene:r einmal in sich hinein und nehmen wahr, was Ihnen Ihre innere Stimme sagt.

Wie stehen Sie als Psychoonkologe den Patient:innen zur Seite?

Ich stelle mich den Patient:innen zu Beginn ihrer stationären Behandlung vor und begleite sie währenddessen. Viele rufen mich auch längere Zeit nach der Entlassung an und vereinbaren einen Gesprächstermin. Das geht auch über eine Video-Sprechstunde. Ganz oft erlebe ich in diesen Gesprächen das Gefühl, für Patient:innen unterstützend und hilfreich sein zu können.

Ein:e Patient:in steht vor der Entscheidung, Optune anzuwenden. Wie können Angehörige helfen, eine Antwort zu finden?

Wir Psychoonkolog:innen sagen häufig: ‚Niemand ist alleine krank.‘ Im Laufe einer Behandlung stehen für Betroffene immer wieder wichtige und schwierige Entscheidungen an. Aus meiner Sicht sollten Patient:innen sich damit nicht alleingelassen fühlen. Angehörige können den Erkrankten bei solchen Therapie-Entscheidungen durchaus eine Stütze sein und ihnen helfen, ihren ganz persönlichen Weg zu finden. Hilfreich ist auch, mit den Betroffenen über deren Gefühle zu sprechen. Studien zeigen zudem, dass Angehörige oft genauso belastet sind wie die Erkrankten. In dieser Situation wertschätzend und einfühlsam miteinander umzugehen, hilft beiden Seiten.

WIE BEKOMME ICH OPTUNE ?

VON DER VERSCHREIBUNG ZUM THERAPIESTART