• Was ist ein Glioblastom?

Was ist ein Glioblastom?

Das Glioblastom (GBM) ist ein schnell wachsender Hirntumor. Jedes Jahr wird bei ungefähr 3 von 100.000 Personen ein Glioblastom diagnostiziert, dies ist im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen eine relativ geringe Anzahl. Am häufigsten tritt das Glioblastom im fortgeschrittenen Alter auf. Männer sind häufiger betroffen als Frauen (im Verhältnis 1,6 zu 1). In Deutschland wird bei etwa 2.500 Personen im Jahr die Diagnose Glioblastom gestellt.

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Was sind Tumorzellen?

Das Glioblastom besteht aus Tumorzellen, die sich unkontrolliert vermehren. Zellen sind die kleinste lebensfähige Einheit des Körpers, aus ihnen setzen sich die Körpergewebe und Organe zusammen. Wenn Zellen beschädigt werden oder altern, sterben sie normalerweise. Beim Glioblastom dagegen vermehren sich diese Zellen und mit der Zeit entsteht eine Zellmasse ohne nützliche Funktion, ein Tumor.

Teilung der Tumorzelle bei einem Glioblastom

Wie entsteht ein Glioblastom ?

Das Glioblastom zählt unter den Hirntumoren zu den häufigsten Formen, die bei Erwachsenen auftreten. Es entsteht aus Gliazellen, den sogenannten Astrozyten. Diese Zellen bilden das Stützgewebe des Nervensystems im Gehirn und helfen, die Nervenzellen zu versorgen. Das Glioblastom hat eine sehr ungünstige Prognose, es wächst diffus und infiltrierend in das umliegende Gewebe hinein.

Welche Ursache hat das Glioblastom?

Es sind bis heute keine eindeutigen Ursachen für die Entstehung eines Glioblastoms bekannt. Es gibt Hinweise darauf, dass ionisierende Strahlung in hoher Dosis, wie sie zum Beispiel bei der Strahlentherapie für andere Tumoren im Kopfbereich eingesetzt wird, das Risiko erhöht, an einem Hirntumor zu erkranken. In Familien mit seltenen erblichen Erkrankungen kann das Glioblastom vermehrt auftreten.

Wie ist die Lebenserwartung beim Glioblastom?

Der Krankheitsverlauf und damit die Prognose des Glioblastoms ist sehr individuell und hängt ab von verschiedenen Faktoren wie dem Alter, dem allgemeinen Gesundheitszustand und bestimmten Eigenschaften des Tumors (molekulare Marker). Statistiken bilden den Durchschnitt der Lebenserwartung ab und haben nur eine eingeschränkte Aussagekraft für den Einzelnen. Dennoch gibt es Anhaltspunkte in Form von Studiendaten zum Glioblastom.

Es gibt mehrere Therapien, die für die Behandlung von neu diagnostizierten Glioblastomen zur Verfügung stehen und die Lebenserwartung positiv beeinflussen können. Dennoch ist dieser Hirntumor relativ schwer zu behandeln und bis heute nicht heilbar. Dafür gibt es mehrere Gründe. Einerseits wächst ein Glioblastom rasch und kann sich schnell in weiten Teilen des Gehirns ausbreiten. Andererseits spielt es eine Rolle, wo der Tumor sich befindet. Ist ein Glioblastom schwer erreichbar oder liegt es in wichtigen Hirnregionen, kann es sein, dass durch eine Operation nicht der gesamte Tumor entfernt werden kann. Glioblastome haben eine hohe Tendenz, nach der Erstbehandlung erneut aufzutreten (rezidivierendes Glioblastom). Dank intensiver Forschung kann der Krankheitsverlauf durch fortschrittliche Therapien jedoch immer positiver beeinflusst werden.