• Was ist ein Glioblastom?

Was ist ein Glioblastom?

Was ist ein Glioblastom?

Das Glioblastom (früher auch Glioblastoma Multiforme, GBM) ist ein schnell wachsender Hirntumor. Jedes Jahr wird bei ungefähr 3 von 100.000 Personen ein Glioblastom diagnostiziert. Das ist im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen eine relativ geringe Anzahl. Das Glioblastom zählt unter den Hirntumoren zu den häufigsten Formen, die bei Erwachsenen auftreten. In Deutschland wird bei etwa 2.500 Personen im Jahr die Diagnose Glioblastom gestellt.

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Welche Rolle spielt das Geschlecht beim Glioblastom?

Männer sind häufiger von Glioblastomen betroffen als Frauen (im Verhältnis 1,6 zu 1). Außerdem haben erkrankte Männer eine schlechtere Prognose als erkrankte Frauen. Die Gründe hierfür sind noch nicht bekannt.

Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

In welchem Alter treten Glioblastome auf?

Glioblastome treten am häufigsten im fortgeschrittenen Alter auf. Ungefähr 7 von 10 Glioblastomen werden im Alter zwischen 55 und 80 Jahren diagnostiziert. Bei Menschen unter 40 Jahren ist dieser Hirntumor sehr selten.

Altersverteilung in Prozent

Daten von Kliniken und Ärzten Oberbayerns sowie der Stadt und des Landkreises Landshut der Jahre 2007-2020. Quelle: Munich Cancer Registry. ICD-10 C71: Glioblastoma - Incidence and Mortality [Internet]. 2021 [updated 2021 Dec 21; cited 2022 April 21]. Available from: https://www.tumorregister-muenchen.de/en/facts/base/bC71G_E-ICD-10-C71-Glioblastoma-incidence-and-mortality.pdf

Wie entsteht ein Glioblastom ?

Das Glioblastom besteht aus Tumorzellen, die sich unkontrolliert vermehren. Zellen sind die kleinste lebensfähige Einheit des Körpers, aus ihnen setzen sich die Körpergewebe und Organe zusammen. Wenn Zellen beschädigt werden oder altern, sterben sie normalerweise. Astrozyten, eine Form von Gliazellen, bilden das Stützgewebe des Nervensystems im Gehirn und helfen, die Nervenzellen zu versorgen. Beim Glioblastom vermehren sich Vorläufer dieser Zellen unkontrolliert und mit der Zeit entsteht eine Zellmasse ohne nützliche Funktion, ein Tumor. Das Glioblastom breitet sich diffus und infiltrierend in das umlegende Gewebe aus.

Teilung der Tumorzellen bei einem Glioblastom

Welche Ursache hat das Glioblastom?

Es sind bis heute keine eindeutigen Ursachen für die Entstehung eines Glioblastoms bekannt. Es gibt Hinweise darauf, dass ionisierende Strahlung in hoher Dosis, wie sie zum Beispiel bei der Strahlentherapie für andere Tumoren im Kopfbereich eingesetzt wird, das Risiko erhöht, an einem Gehirntumor zu erkranken. In Familien mit seltenen erblichen Erkrankungen kann das Glioblastom vermehrt auftreten.

Hirntumor-Symptome: Welche Anzeichen gibt es für ein Glioblastom?

Nicht jeder Hirntumor verursacht die gleichen Symptome. Je nachdem, in welcher Hirnregion ein Hirntumor entsteht und wächst, können unterschiedliche Symptome zum Vorschein kommen. Verschiedene Regionen im Gehirn steuern viele unterschiedliche Körperfunktionen. Das Glioblastom beeinträchtigt in der Regel zunächst die Gehirnareale, die an den Tumor angrenzen. Oft leiden Glioblastom-Patienten zunächst an unspezifischen Symptomen. Mit dem weiteren Wachstum des Glioblastoms verschlimmern sich diese mit der Zeit.

Hinweis:

Viele der hier genannten Symptome können auch Anzeichen anderer, harmloserer Erkrankungen sein. Ebenso ähneln sich viele Symptome des Glioblastoms denen anderer Gehirntumore. Die folgenden Informationen sind nicht zur Stellung einer medizinischen Diagnose geeignet. Wenden Sie sich im Zweifelsfall bitte immer an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Diese Glioblastom-Symptome werden häufig als erstes wahrgenommen

Epileptische Anfälle (Krampfanfälle) können beim Glioblastom neu auftreten, wenn gesundes Hirngewebe in den Randbereichen des Hirntumors erregt wird. Anzeichen von Krampfanfällen sind z. B. nicht kontrollierbare Zuckungen einzelner Körperteile. Manchmal gehen Krampfanfälle auch mit Empfindungsstörungen einher. Geistige Abwesenheit bis hin zu kurzer Bewusstlosigkeit können die epileptischen Anfälle begleiten.

Kopfschmerzen können auftreten, weil das Glioblastom zusätzlichen Raum im Gehirn beansprucht und daher der Hirndruck steigt. Die Kopfschmerzen bei Hirntumoren sind typischerweise nachts oder am frühen Morgen am stärksten, wenn die betroffene Person liegt. Tagsüber bessern sich die Kopfschmerzen oft, kehren dann aber wieder verstärkt zurück und lassen sich mit Schmerzmitteln nur schlecht unterdrücken. Wichtig: In den meisten Fällen haben Kopfschmerzen harmlosere Ursachen. Wenn Kopfschmerzen jedoch neu auftreten, sich ungewohnt anfühlen oder ungewohnt stark sind, sollten Sie sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin abklären.

Übelkeit und Erbrechen treten beim Glioblastom oft zusammen mit Kopfschmerzen auf. Ist ein Hirntumor wie ein Glioblastom die Ursache von Übelkeit und Erbrechen, treten diese Symptome in der Regel morgens auf, selbst wenn der Betroffene noch nichts gegessen hat. Es gibt jedoch auch andere Ursachen für morgendliche Übelkeit.

Diese Symptome sind davon abhängig, wo der Gehirntumor wächst

Beim Sehen werden Informationen von der Netzhaut der Augen aufgenommen und über Nervenbahnen bis ins Sehzentrum im Hinterkopf geleitet und dort verarbeitet. Ein Hirntumor wie das Glioblastom kann diese Prozesse beeinträchtigen. Es kann z.B. zu schwarzen Flecken im Sichtfeld kommen, oder man sieht doppelt.

Schwindel und Gleichgewichtsstörungen sind möglich, wenn die hierfür zuständigen Gehirnareale durch das Glioblastom beeinträchtigt werden.

Störungen der Motorik, also der Bewegungsfähigkeit, sowie Lähmungen können auftreten, wenn das Glioblastom in der Nähe von Gehirnarealen wächst, die die Bewegung des Körpers steuern. Je nachdem, wo genau der Hirntumor liegt, kann nur eine Extremität oder eine Körperseite betroffen sein. Auch kann es beispielsweise zu Zuckungen der Augenlider kommen.

Empfindungsstörungen können Kälte, Hitze oder Berührungen betreffen. Auch Taubheitsgefühle, ein Kribbeln oder eine veränderte Geschmackswahrnehmung sind bei Hirntumoren wie dem Glioblastom möglich.

Patienten mit Glioblastom können sich möglicherweise nicht mehr so gut konzentrieren und werden leichter abgelenkt. Es kann Vergesslichkeit auftreten, wenn das Gedächtnis durch die Schädigung bestimmter Nervenbahnen beeinträchtigt wird. Auch das Denken kann zunehmend beeinträchtigt werden. Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit treten aber auch generell häufig bei Menschen in höherem Alter auf, ein Hirntumor muss nicht die Ursache sein.

Diese Glioblastom-Symptome fallen oft erst spät auf

Glioblastom-Patienten werden möglicherweise schneller reizbar, frustriert oder aggressiver als zuvor. Die Stimmung oder das Verhalten kann sich verändern, der Betroffene ist zunehmend „nicht mehr er selbst”. Freunden und Angehörigen fallen diese Wesensveränderungen oft früher auf als den Betroffenen selbst.

Anhaltende Müdigkeit, Erschöpfung oder Antriebslosigkeit können auftreten, wenn durch das Glioblastom Teile des Frontalhirns geschädigt werden. Es kann auch zu Depressionen oder Angstgefühlen kommen. Alle diese Symptome können aber auch andere Ursachen haben.

Im fortgeschrittenen Verlauf des Glioblastoms kann es durch die Schädigung bestimmter Hirnareale zu zunehmender Desorientiertheit und Verwirrung kommen.

Die Glioblastom-Diagnose

Hirntumore wie das Glioblastom verursachen relativ unspezifische Symptome. Eine Diagnose nur anhand der Symptome ist daher nicht möglich. Besteht ein erster Verdacht auf einen Hirntumor, werden weitergehende Untersuchungen durchgeführt, um die Diagnose Glioblastom stellen zu können.

MRT oder CT

Ein Hirntumor wird in der Regel anhand eines MRT-Bildes oder CT-Bildes des Kopfes entdeckt. Mit diesen sogenannten bildgebenden Verfahren wird ein Blick in das Gehirn ermöglicht.

Untersuchung von Tumorgewebe

Um die Diagnose Glioblastom zu sichern, wird Tumorgewebe entnommen und von Spezialisten detailliert untersucht (sogenannte histologische Untersuchung oder Neuropathologie).

Wie ist die Lebenserwartung beim Glioblastom?

Der Krankheitsverlauf und damit die Prognose des Glioblastoms ist sehr individuell und hängt ab von verschiedenen Faktoren wie dem Alter, dem allgemeinen Gesundheitszustand und bestimmten Eigenschaften des Tumors (molekulare Marker). Statistiken bilden den Durchschnitt der Lebenserwartung ab und haben nur eine eingeschränkte Aussagekraft für den Einzelnen. Dennoch gibt es Anhaltspunkte in Form von Studiendaten zum Glioblastom.

Es gibt mehrere Therapien, die für die Behandlung von neu diagnostizierten Glioblastomen zur Verfügung stehen und die Lebenserwartung positiv beeinflussen können. Dennoch ist dieser Hirntumor relativ schwer zu behandeln und bis heute nicht heilbar. Dafür gibt es mehrere Gründe. Einerseits wächst ein Glioblastom rasch und kann sich schnell in weiten Teilen des Gehirns ausbreiten. Andererseits spielt es eine Rolle, wo der Tumor sich befindet. Ist ein Glioblastom schwer erreichbar oder liegt es in wichtigen Hirnregionen, kann es sein, dass durch eine Operation nicht der gesamte Tumor entfernt werden kann. Glioblastome haben eine hohe Tendenz, nach der Erstbehandlung erneut aufzutreten (rezidivierendes Glioblastom). Dank intensiver Forschung kann der Krankheitsverlauf durch fortschrittliche Therapien jedoch immer positiver beeinflusst werden.

Das Glioblastom behandeln

Es gibt mehrere Therapien, welche die Lebenserwartung bei diesem Hirntumor positiv beeinflussen können.